Filder-Zeitung, 19. August 2005

Aus der Serie: "Mein sommerlicher Lieblingsplatz"

Eine große Schleife gegen den Stress
 
Lieblingsplatz: Pfarrer Ernst-Martin Lieb entspannt beim Joggen im Siebenmühlental

Filder. Auf den Fildern liegt auch Möhringen. Und dort gibt es nicht nur schöne Plätze, sondern auch schöne Wege. Und die Wege haben es mir angetan, bewege ich mich doch gerne in meiner Freizeit, oder wenn ich meinen Kopf wieder frei bekommen möchte. So habe ich vor einiger Zeit angefangen zu laufen. Die Strecken - zunächst recht kurz - wurden Stück um Stück länger. Und so suchte ich mir Strecken und Streckenprofile. Auf eine dieser Joggingstrecken möchte ich Sie heute mitnehmen, denn ich laufe sie sehr gerne.
 
Sie könnte zwar auch am Pfarrhaus in Möhringen beginnen, doch dies wäre mir im Moment zu weit. Deshalb fahre ich mit dem Auto nach Musberg an den Beginn des Wanderweges. Die ersten Meter auf dem Wanderweg sind leicht abschüssig, so dass man sich - nach ausgiebiger Dehnung des Bewegungsapparates - schön warmlaufen kann. Das erste Viadukt, dann das zweite, und kurze Zeit später trifft man schon auf den alten Steinenbronner Bahnhof, der mittlerweile schön renoviert leider nicht mehr zum Verweilen einlädt. Aber daran liegt mir ja nicht. Der Wanderweg führt mich weiter, durch eine kurze Fichtenwaldstrecke, die sich unvermittelt in Weideflächen öffnet, bis hin zur Abzweigung Richtung Schlösslesmühle. Dieser alten Römerstraße folge ich nun an der Schlösslesmühle vorbei hinauf nach Echterdingen. Vor allem im Hochsommer ist dies eine sehr anstrengende Strecke, aber auch hier gilt: Einen Schritt nach dem anderen - und schon ist man oben auf der Weidacher Höhe angelangt.
Dort, am Wanderparkplatz des Waldheims biege ich links ab, noch ein paar Meter aufwärts bis zur Grillhütte, die meist von Gruppen belagert ist, die essen und trinken, kicken oder spielen. Und ich freue mich, dass der höchste Punkt meiner Strecke erreicht ist. So lasse ich die Grillhütte rechts liegen, und es geht nun mit größeren Schritten und leichten Füßen weiter, immer geradeaus, die Keltenschanze rechts liegen lassend durch den Wald. Da und dort kann man - je nach Tageszeit - Tiere des Waldes beobachten, denn, vor allem wenn man auch den unteren Querweg überquert hat, ist man mit ihnen fast allein.
 
Doch diese kurze Traversale ist nicht so gut befestigt, so dass man, auf die größeren Steine achtend, die steilste Strecke bergab auf dieser Tour zu bewältigen hat. Unten angekommen führt mich der Weg weiter nach rechts, wieder leicht bergan und dann wieder bergab, eine leicht wellige Wegführung, die einem - je nach Tagesform - auch mal aus der Puste bringen kann.
 
Dieser Weg bringt uns nun an die alte B 27 von Echterdingen nach Steinenbronn, die wir unterhalb des Sportzentrums Leinfelden überqueren. Dann noch einmal links hinunter ins Tal, am Jakobsbrünnele vorbei - das leider kaum noch Wasser führt, was ich vor allem im Hochsommer schade finde.
Doch der schattige Wald und die schönen Waldwege zum Schluss unserer Runde entschädigen dennoch. So kann man es schön auslaufen lassen, noch einmal einen kleinen Hügel erklimmen und dann kommt man am alten Sportplatz wieder aus dem Wald und ist in Leinfelden.
 
Kurz nach dem Parkplatz führt uns dann ein steiler Stich links hinunter Richtung Musberg, dann über den Kreisverkehr und wieder hinauf zum Parkplatz. Jetzt sind wir wieder da. Ein wenig ausschnaufen, dehnen, etwas trinken, und ab geht es unter die Dusche. Und danach könnte man - wenn man das für sich selbst richtige Tempo gewählt hat - Bäume ausreißen. Mal sehen, ob wir uns treffen.

Anmerkung des Webmasters: Die Länge der Strecke dürfte rund 10 km betragen, der Anstieg von der Schlösslesmühle bis zur Grillhütte ist ganz ordentlich.