Filder-Zeitung, 30. Juli 2015

Parken im Siebenmühlental

Mehr als zehn Stunden Erholung sind nicht erlaubt

Von Norbert J. Leven

Immer mehr Besucher strömen ins Siebenmühlental, parken aber kreuz und quer. Die Stadt stellt jetzt 46 neue Stellplätze gebührenfrei zur Verfügung.
Bauunternehmer Rainer Schäfer, Erste Bürgermeisterin Eva Noller und Amtsleiterin Andrea Egner haben am Dienstag mit einem Scherenschnitt den neuen Parkplatz im Siebenmühlental freigegeben.

Leinfelden-Echterdingen - Es habe intensiver Verhandlungen und langer Abstimmungsprozesse mit verschiedenen Behörden bedurft, um einen neuen Parkplatz im Siebenmühlental bauen zu können. An diesen schwierigen Weg erinnerte Leinfelden-Echterdingens Erste Bürgermeisterin Eva Noller am Dienstagnachmittag bei der offiziellen Inbetriebnahme.

46 Autos und zwei Busse finden auf dem neu angelegten Areal in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem bereits bestehenden Parkplatz unter dem Viadukt des Bundeswanderweges Platz. Mit dem Bau habe die Stadt auf den großen Druck reagiert, den Besucher erzeugt hatten. „Das Siebenmühlental ist nun mal ein Naherholungsgebiet nicht nur für die Stadt, sondern für die ganze Region“, sagte Noller. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Eselsmühle und Mäulesmühle waren Besucher in den zurückliegenden Jahren allerdings immer öfter durch wildes Parken im Naturschutzgebiet negativ aufgefallen (wir berichteten). Die Stadt sah Noller dabei „zwischen allen Stühlen“ – etwa bei den Belangen des Naturschutzes oder den Interessen der Mühlenbetreiber.
Parkzeit auf zehn Stunden beschränkt

Der neue Parkplatz wird für die Besucher gebührenfrei bleiben, sagte Noller. Die Anregung aus dem Gemeinderat, einen Obolus zu verlangen, habe man aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wieder verworfen. Allerdings wird die Höchstparkdauer auf zehn Stunden beschränkt. „Flughafenparker und Camper wollen wir hier nicht haben“, sagte die Bürgermeisterin. Nun hofft die Bürgermeisterin, dass auch noch der Rasensamen aufgeht, „denn eigentlich ist das hier ein Schotterrasen“. Die trockene Witterung habe das Wachstum bisher verhindert. Unterdessen hat die Naturschutzorganisation Nabu, die den Parkplatz-Neubau kritisiert hatte, in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Roland Klenk gefordert, dass entlang der Zufahrt zur Eselsmühle das Parken in Zukunft wirksam unterbunden und auch kontrolliert wird. Auch fehle ein eindeutiger Hinweis, wo der Parkplatz aufhört.