Filder-Zeitung, 9. August 2014

Tafeln mit Bedeutung

Musberg. OB Klenk und Regierungsvizepräsident Schneider enthüllen Infoschilder zum Naturschutzgebiet Eichberg. Von Natalie Kanter

Infoschilder am Eichberg

Glück mit dem Wetter hatten am Donnerstag Regierungsvizepräsident Christian Schneider und Oberbürgermeister Roland Klenk: Wenige Minuten bevor die Herren die neuen Infotafeln des Regierungspräsidiums zum Naturschutzgebiet "Musberger Eichberg" enthüllen sollten, regnete es noch Hunde und Katzen.

Dabei sollte es an diesem Tag um ganz andere Lebewesen gehen - beispielsweise um die blaue Holzbiene, den Grünspecht oder die Schmetterlingsart Admiral, die auf den Lebensraum Streuobstwiesen angewiesen sind.

Punkt 15 Uhr hörte der Regen dann schlagartig auf. Die Sonne spritzte durch die Wolken. Klenk und Schneider legten ihre Schirme beiseite und hatten die Hände frei, um braunes Ökopapier öffentlichkeitswirksam von den Tafeln zu reißen.

Die Schilder stehen in der Nähe der Eselsmühle. Ein weiterer Standort ist auf Höhe des stadteigenen Ziegenstalles. Sie informieren Besucher des Siebenmühlentales über das mit 14 Hektar eher kleine Gebiet. Es ist seit 2007 Naturschutzgebiet und ist von Streuobstwiesen, Magerrasen und Feldgehölzen geprägt. Knorrige alte Eichen sind dort zudem beheimatet. "Jeder dieser Bäume ist eine Welt für sich", ist auf einer Tafel zu lesen. Hunderte Tierarten sollen auf einer Eiche leben.

OB Klenk erinnert daran, dass auf dem Eichberg zwischen 1590 und 1793 bis zu 700 Schafe weideten. Er erklärte, dass die Tafeln eine große Bedeutung für den Naturschutz haben. Sie könnten dazu beitragen, den wertvollen Lebensraum Musberger Eichberg zu erhalten.

Christian Schneider sprach von einem Artenschwund, dem man entgegenwirken müsse. Er zitierte Joseph von Eichendorff, indem er sagte: "Sie Natur ist das große Bilderbuch, das der liebe Gott uns da draußen aufgeschlagen hat." Wenn man davon ausgehe, dass die Menschheit auch eine Seite von diesem Bilderbuch beschreibe, müsse man sich Fragen, wie lange diese noch halte.

Naturschutz erlebbar zu machen, das ist das erklärte Ziel des RP. Deshalb hat es die Tafeln aufgestellt. "Der Mensch sollte sich die geschützte Natur aber auch anschauen können", sagt Schneider. Deshalb unterstütze er wohlwollend die Bemühungen der Stadt, die Parkplatznot im Siebenmühlental zu lindern- solange es dabei keine Eingriffe in das Naturschutzgebiet gebe. Wie berichtet, ist der Wanderparkplatz Mäulesmühle/Eselsmühle an den Sommer-Wochenenden mehr als überfüllt.