Filder-Zeitung, 4. Februar 2014

Zum Tod von Hans Hahn-Seebruck

Ein langes Leben für die Kunst

Leinfelden-Echterdingen. Von der Begegnung mit Amadeo Ruiz Olmos, einem Schwager Pablo Picassos, 1954 in Madrid hat Hans Hahn-Seebruck auch im hohen Alter noch gerne erzählt. Einer der bedeutendsten Nachkriegs-Kunstschaffenden aus Leinfelden-Echterdingen ist am vergangenen Freitag im Alter von 92 Jahren gestorben.

Von 1936 bis zu seinem Umzug ins Pflegeheim Bethanien in Möhringen vor wenigen Wochen hatte der Maler und Bildhauer in der Seebruckenmühle im Siebenmühlental gelebt. Nach dem Krieg hatte der Vater Johannes Hahn die 1944 bei einem Bombenangriff zerstörte Mühle wieder aufgebaut. Aus dem nahe der alten B27 gelegenen Ensemble von Scheune, Stall und Schuppen wurden im Laufe der Jahre Atelier, Werkstätten und Galerieräume. 1967 eröffnete der Künstler dort seine Galerie "Weiße Scheune", wo er Werke der verschiedensten Techniken - Ölbilder, Holzschnitte, Spritztechnik sowie Skulpturen aus Stein, Holz und Eisen - präsentierte. Seine Holzschnitte, zu deren Herstellung er eine alte Weinpresse umfunktionierte, leben von einer selbst entwickelten Technik, die es ihm erlaubte, einzelne Komponenten nach dem ersten Andruck noch zu verändern.

Hans Hahn-Seebruck widmete sich künstlerisch oft dem Thema Mensch und Natur. Einige Werke beinhalteten freie und abstrakte Formen und Motive. Viele seiner interessanten Stahl- und Eisenskulpturen, die meist beweglich sind, hat er aus zusammengesuchtem Material geschaffen. Von Hans Hahn-Seebruck stammt auch die Skulptur "Astronomie" (Rotierendes Weltall, 1974) vor dem Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium in Echterdingen