Obere Mühle

Die Obere Mühle ist die erste Mühle des Siebenmühlentals. Sie liegt auf der Gemarkung Musberg.

Die obere Mühle könnte im Zusammenhang mit dem Schloss (heute nicht mehr vorhanden) auf der gegenüber liegenden Talseite entstanden sein. Ihre erste Erwähnung war 1383; sie hieß zunächst Mohrenmühle, benannt nach der Familie Mor, die sie rund 200 Jahre lang bewirtschaftete.

Seit 1603 war sie im Besitz Stuttgarter Bürger und im Laufe des 17. Jahrhundert nannte man sie dann Laxenmühle, wiederum benannt nach der Besitzerfamilie. Aus dieser Zeit stammt auch der Wappenstein über dem Eingang der Mühle, der einen Fisch (genauer gesagt einen Lachs) zeigt. Anfang des 18. Jahrhunderts hat sich dann der Name Obere Mühle eingebürgert.

 

Obere Mühle

 

Obere Mühle mit Skilift

Nach einem Brand 1723 wurde die Mühle wieder aufgebaut und blieb in ihren Grundzügen bis heute so erhalten. Die Obere Mühle zeigt eine herrschaftliche Bauweise mit hohem Walmdach. Sie ist, im Gegensatz zu den meisten anderen Mühlen, ein Massivbau.

In den 20er-Jahren des 20. Jahrhundert, der Zeit des großen Mühlensterbens, wurde auch die obere Mühle stillgelegt. 1935 wurde die Mühle vom Möhringer Kaufmann und nationalsozialistischen Funktionär Dr. Kurt Entress erworben.

Rechts neben der Mühle ist ein Mast des ehemaligen Skilifts zu sehen.

Die Fotografie aus dem Buch "Musberg gestern und vorgestern" (siehe auch Seite Medien) zeigt die obere Mühle von Süd-Osten. Rechts ist der Stall zu sehen, der beim Luftangriff 1944 zerstört wurde. Im Mittelgebäude befand sich die Sägemühle. 1945 wurde die Mühle geplündert.

Nach dem Krieg diente die Mühle landwirtschaftlichen Zwecken. Der letzte Müller war Daniel Schlecht. Seit 1952 ist sie im Besitz der Familie Fischer.

Die Obere Mühle am Reichenbach

Nebenstehend eine Postkarte (©Bildkomposition: Hansjürgen Wollmann, Leinfelden) von der Oberen Mühle. Titel: "Die Obere Mühle am Reichenbach". Die Aufnahme stammt von 1996.

Eine Sage erzählt die Geschichte des Müllers der Oberen Mühle. Hier eine Kurzfassung (die vollständige Sage ist im Buch Filder-Sagen nachzulesen):

Der Müller der Oberen Mühle war fleißig, aber auch sehr geizig. Eines Abends kam ein fahrendes Händler, dem er ein Nachtlager anbot um ihn dann Nachts um seine Einnahmen zu erleichtern. Der Händler bemerkte den Diebstahl, wurde aber vom Müller und seinen Hunden vom Hof gejagt. In sicherer Entfernung stieß der Händler einen schrecklichen Fluch aus, der Unglück, Mäuse, Krankheit, usw. über die Mühle brachte. Der Müller verfiel daraufhin in Armut und musste die seit Generationen im Besitz befindliche Mühle dem Nächstbesten verkaufen.

Die rechts gezeigten Aquarelle von Frau Dr. Elke Kühnel zeigen das Siebenmühlental mit Blick auf die Obere Mühle.

Das obere Aquarell stammt vom Mai 2000 und hat den Titel "Frühling im Siebenmühlental".

Das zweite Aquarell stammt vom August 2003 mit dem Titel "Obere Mühle - 7 Mühlental".

Das unterste Aquarell zeigt ebenso die Obere Mühle. Es stammt vom Mai 2009 und hat den Titel "Siebenmühlental"

Viele weitere sehr schöne Bilder der Künstlerin sind unter www.elke-kuehnel.de zu sehen.

Radierung der Oberen Mühle von Klaus Brinkmann

Die nebenstehende Radierung des Künstlers Klaus Brinkmann zeigt ebenfalls die Obere Mühle.

Gemälde der Oberen Mühle von Egon Martin

Gemälde der Oberen Mühle von Egon Martin aus dem Buch 'Gemalte Vergangenheit'. Mehr dazu bei den Medien.

Das Bild rechts stammt von Juli 2005. Dort fand ein Ballon-Wettbewerb (Fuchsjagd) mit Start bei Möhringen und Landung bei Tübingen statt. Auf dem Bild sind insgesamt 17 Ballone abgebildet. Der Flughafenbetrieb ruhte während der "Überfahrt" (zumindest im Westen) komplett für ca. 1/2 Stunde.

Am 19. Februar 2008 landete ein Heißluftballon oberhalb der Oberen Mühle.
Zunächst ist die Überfahrt über die Obere Mühle zu sehen.

Danach erfolgte die Landung direkt neben der Bergstation des ehemaligen Skilifts.

 

Nach der Landung wird die heiße Luft schnell aus dem Ballon gelassen. Rechts ist außerdem die bereits gespannte Leine zum Ballon zu sehen.

Durch die noch gespannten Seile des Skilifts und den nahen Wald war die Landung sicher nicht ganz ungefährlich. Möglicherweise hat der Ballonfahrer den Lift erst (zu) spät erkannt.